Vermögensstrukturierung

Die Entwicklung eines Anlagekonzepts erfolgt in drei Abschnitten. Zuerst werden die Anlageziele möglichst klar ermittelt. Danach wird ein Risikoprofil des Anlegers erstellt. Abschließend wird eine Vermögensstruktur bestimmt, die sowohl Anlageziele wie auch das Risikoprofil möglichst gut abdeckt.

 

1) Bestimmung der Anlageziele eines Kapitalanlegers

 

Bei den Anlagezielen werden vier mögliche Arten unterschieden:

  • konkrete Ziele (Bsp. Hauskauf; neues Auto in 2 Jahren)
  • allgemeine Ziele (z.B. Vermögensbildung, Altersvorsorge)
  • Absicherung gegen Notfälle
  • nicht monetäre Ziele (z.B. Nachhaltigkeit)

In der Regel werden mehrere Anlageziele gleichzeitig verfolgt. Während sich aus den ersten drei Zielen klare Vorgaben für die Vermögensstrukturierung ergeben, stellen die nicht monetären Ziele vor allem eine Restriktion bei der Auswahl von Kapitalanlagen dar.

 

Das zur Verfügung stehende Anlagekapital sollte nach Bestimmung der Anlageziele diesen zugeordnet werden

 

2) Bestimmung der Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit



Mit Hilfe einer Analyse der persönlichen finanziellen Umstände sowie seiner persönlichen Einstellung zum Eingehen von Risiken wird der Anleger einer der folgenden Gruppen zugeordnet:

 

  1. Risikoaverser Anleger: Für ihn ist die Rendite zweitrangig gegenüber Risikoüberlegungen. Er toleriert kein Ausfallrisiko und ist nur selten bereit ein auch nur geringes Kursrisiko hinzunehmen.
  2. Konservativer Anleger: Er hat moderate Renditeerwartungen. Moderate Kursschwankungen nimmt er in Kauf, aber nur sehr geringe Ausfallrisiken.
  3. Chancenorientierter Anleger: Er hat mittlere Renditeerwartungen und nimmt bewusst die Risiken von kurz- und mittelfristigen Kursschwankungen in Kauf. Er ist auch bereit, in begrenztem Umfang Ausfallrisiken zu tolerieren.
  4. Risikobewusster Anleger: Seine Renditeerwartungen sind hoch. Dafür ist er bereit, signifikante Ausfallrisiken und überdurchschnittliche Kursschwankungen in Kauf zu nehmen.

 

3) Zusammenführung von Anlagezielen und Risikobereitschaft in einem

     Konzept für die Kapitalanlage

 

Eine Vermögensstruktur sollte drei Elemente beinhalten, die für die jeweiligen Anlageziele spezifische Lösungen enthalten:

 

1. Die Kapitalanlage zur Absicherung gegen Notfälle: Hier kommt es auf die

    schnelle Verfügbarkeit an: Liquidität und Versicherungen kommen in Frage

 

2. Die Kapitalanlage für konkrete Ziele: Sie muss festverzinslich mit genau

    definierter Laufzeit und sehr geringem Ausfallrisiko vorgenommen werden

 

3. Die langfristige Anlage sollte abhängig vom persönlichen Risikoprofil des

    Anlegers her strukturiert werden:

  • Risikoaverse Anleger beschränken sich auf Liquidität, Staatsanleihen und Pfandbriefe.
  • Konservative Anleger sollten überwiegend in Anleihen mit guter Bonität wie z.B. erstklassige Industrieanleihen investieren; für sie kommt aber auch ein Anteil ertragsstabiler Aktien zur Depotbeimischung in Frage.
  • Die chancenorientierten Anleger sollten als Basisinvestment überwiegend in Anleihen und ertragsstabile Aktien investieren; zur Depotbeimischung kommt für sie ein Anteil mit Wachstumsaktien in Frage.
  • Risikobewusste Anleger hingegen werden ihren Schwerpunkt überwiegend bei Wachstumsaktien & Hochzinsanleihen setzen, zur Absicherung sollten sie aber auch auf einen Anteil defensiver Aktien & Anleihen guter Bonität nicht verzichten.