Basiskonzepte der Strukturierung einer Vermögensanlage

Grundlage jeder modernen Vermögensstrukturierung ist die Erkenntnis, dass zur Risikominderung die Investments über verschiedene Einzeltitel und Anlageklassen gestreut werden sollten, die einen möglichst geringen Zusammenhang miteinander haben sollten.

 

Grundsätzlich unterscheidet man 4 Basiskonzepte:

 

  • Die konservative Anlage mit der Grundstruktur 30% Aktien und 70% Renten & Liquidität. Diese Strukturierung basiert auf einer Erkenntnis der modernen Portfoliotheorie. Wenn man einem Rentenportfolio einen Aktienanteil von bis zu 30% beimischt, so kann man langfristig die Erträge deutlich erhöhen, ohne das Kursrisiko signifikant zu verschlechtern. Diese Struktur bietet sich insbesondere für Anleger an, die nur geringe Wertschwankungen tolerieren, sich aber trotzdem ein moderates Kapitalwachstum wünschen, z. B. als Absicherung gegen Inflation.

 

  • Das Norwegen-Modell: Dieser Ansatz ist benannt nach der Anlagestrategie des norwegischen Staatsfonds, in dem die Öleinnahmen des skandinavischen Landes für zukünftige Generationen angelegt werden. Die Grundstruktur besteht aus 60% Aktien, 35% Renten & Liquidität sowie 5% Immobilien. Motivation dieser Struktur ist, primär auf reales Kapitalwachstum durch die bevorzugte Anlage in Produktivvermögen zu setzen. Die starken Wertschwankungen der Aktien sollen jedoch durch eine signifikante Beimischung von festverzinslichen Wertpapieren und Immobilien deutlich abgefedert werden.


  • Das Swensen-Modell (auch Multi-Asset-Ansatz): Es ist benannt nach David Swensen, dem Fondsmanager der Yale-Universität. Für den Stiftungsfonds der amerikanischen Hochschule hat er einen Anlagestil entwickelt, der auf eine möglichst breite Streuung der Investments über verschiedene Anlageformen setzt. Die Aufteilung des Vermögens in 5 bis 6 gleichgroße Anteile wird angestrebt, die jeweils auf eine Anlageklasse konzentriert sind. Für eine optimale Risikostreuung soll die Kursentwicklung der einzelnen Anlageklassen niedrig korreliert, d. h. so unabhängig voneinander wie möglich sein. Zu Anlageklassen zählen dabei nicht nur konventionelle Formen wie Aktien, Renten oder Immobilien, sondern auch andere Gruppen wie Hedgefonds, Private Equity, Forstbesitz oder Rohstoffe. In der Praxis haben sich allerdings die Risiken aus der Gruppe der nicht konventionellen Investments oft als nur sehr schwer zu kontrollieren erwiesen, sodass sich dieser Ansatz in seiner ursprünglichen Form nur für sehr fachkundige und risikobewusste Anleger eignet.

 

  • Multi-Strategy (auch: Multi-Style): Dieser Ansatz stellt eine Fortentwicklung des Multi-Asset-Ansatzes dar. Er basiert auf der Erkenntnis, dass es auch innerhalb einer Anlageklasse zu völlig unterschiedlichen Entwicklungen sowohl in Hinblick auf die Performance wie auch auf die Risikoparameter kommen kann. Durch die Auswahl von mehreren wenig korrelierten Anlagestrategien kann dann eine relativ hohe Risikominderung erreicht werden. Gleichzeitig versuchen die einzelnen Strategien mit einer jeweils für sie spezifischen Methodik zu überdurchschnittlichen Anlageergebnissen zu kommen. Beispiele für solche Vorgehensweisen sind die von uns im Abschnitt "Langfristig anlegen" dargestellten Investmentkonzepte wie Value-Aktien, Value-Renten, Wachstum und Stabilität. Auch Indexierung kann im Rahmen eines Multi-Strategy-Ansatzes eine große Rolle spielen, wenn Indizes genutzt werden, die nicht den ganzen Markt abdecken. Stattdessen werden Indizes eingesetzt, die bestimmte Subsegmente abdecken, wie z.B. Sektoren, Regionen oder Marktkapitalisierungen, weil von diesen eine überdurchschnittliche Wertentwicklung erwartet wird.